Archiv für den Monat März 2015

Umgestürzter Baum auf Haus

Ein Sturmschaden namens Dohrn/Karaday

Vielen Dank, Herr Dohrn, vielen Dank Herr Karaday!

Dieser Baum auf dem Nachbargrundstück zu Ihrem Grundstück Beim Farenland 42-46 hat jahrzehntelang allen Stürmen getrotzt. So lange, bis sie ihn von den Bäumen, die ihn schützten, „befreit“ haben. Heute fiel er dem Sturm – und vor allem Ihnen – zum Opfer.

Sie hielten es nicht für nötig, diesen Baum und den Baum daneben, der (noch?) steht, zu kartieren . Ebenso wenig wie die Bäume auf Ihrem Grundstück, mit denen die beiden eine Gruppe bildeten (siehe hier: Trickserei beim Baumschutz). Sie hielten es dagegen für nötig, nahezu alle Bäume auf Ihrem Grundstück – auch außerhalb des Baufensters – zu fällen und so eine Windschneise zu schaffen, die ihresgleichen sucht.

Vielen Dank auch dem Bezirksamt Wandsbek, das den Machenschaften der Herren Dohrn und Karaday nicht durch ernstzunehmende Kontrollen Einhalt geboten hat!

Werbeanzeigen
Kaputtes altes Telefon

Kein Anschluss unter dieser Nummer

So entstehen Legenden. Im Artikel in der ZEIT wurde seinerzeit von einer Mitarbeiterin der Bauprüfabteilung berichtet, „die inzwischen schon ihr Telefon ausstöpselt, wenn sie sich gelegentlich mit einer anderen Frage beschäftigen will als der Zukunft des kleinen Grundstücks in Sasel“. Das klingt dramatisch. Mitglieder der Bürgerinitiative und Unterstützer haben nicht dort angerufen und konnten sich den erwähnten Ansturm nicht erklären. Angeblich, wie es später im WBZ im Bezirksamt Wandsbek hieß, hätten „Baumschützer aus ganz Hamburg“ angerufen. Man habe die Mitarbeiterin schützen müssen und ihr deshalb Telefon und E-Mail abgeschaltet. Inzwischen habe man die Aufgaben in der Bauprüfabteilung neu verteilt.

Kleiner Flyer, übergroße Wirkung?

Eine solch gigantische Reichweite von läppischen 30 in der unmittelbaren Nachbarschaft verteilten Flyern mit lokal relevantem Inhalt? Das lässt jeden Mediaplaner vor Neid erblassen! Merkwürdig nur, dass die vielen Baumschützer später nicht wieder anriefen, als es den Bäumen an den Kragen ging. Musste die Mitarbeiterin auch vor den Politikern der CDU-Bezirksfraktion geschützt werden? Auch diesen wurde der Kontakt verwehrt. Siehe Pressemitteilung und Kleine Anfrage der CDU vom 2. Dezember 2014: „Nachfragen werden mit dem Hinweis verweigert, dass der Kontakt mit den Kommunalpolitikern nicht erwünscht ist und dieses Thema mit ihnen nicht erörtert werden darf.“ Erstaunlich, dass nicht auch die die Fachamtsleiterin des WBZ vor den überregionalen Baumschützern abgeschottet werden musste. Ihre Telefonnummer stand gleichermaßen auf dem Wunder-Flyer.

Geschützt oder kaltgestellt?

Vielleicht gab es auch gar keinen Telefonterror. Die Bauprüferin hatte sich in ihrer Entscheidungsvorlage vom 24. November 2014 – vollkommen zu Recht – gegen die Genehmigung ausgesprochen. Tags darauf wurden ihre Bedenken von der Baukommission vom Tisch gewischt, und die Bauprüferin „aus der Schusslinie“ genommen, sprich: sie war fortan nicht mehr zuständig. Darauf mache sich jeder seinen Reim …

Foto: Alexandra H./pixelio.de

Fakten schaffen gegen Bürgerinteressen – in Eppendorf wie in Farmsen-Berne

Zwei Stadtteile, zwei Hamburger Bezirksämter, zwei Bürgerinitiativen. Und zwei Fälle, die ganz erstaunliche Parallelen aufweisen. In Eppendorf wurden in einer Nacht- und Nebelaktion Fakten geschaffen, sprich: Bäume gefällt, nachdem Bezirksamt Nord und Investoren die Gefahr zu groß wurde, dass Bürgerproteste, wie hier die der Initiative WIR sind Eppendorf, ihre Pläne rund um den Abriss des alten Brauhauses durchkreuzen könnten. Ein noch ausstehendes Artenschutzgutachten wurde offenbar in Windeseile erstellt, um die Fällaktion formal zu rechtfertigen.

Das Muster gleicht frappierend dem Fall Beim Farenland 42-46 in Farmsen-Berne. Es genügt, die Akteure auszutauschen. Ein äußerst fragwürdiges, mit Unterstützung des Bezirksamts Wandsbek notdürftig aufpoliertes Artenschutzgutachten, die Aussicht, dass die Einwände der Bürgerinitiative Erfolg haben könnten. Und eine konzertierte Aktion zwischen Bezirksamt und Investoren, um eiligst Fakten zu schaffen und innerhalb eines Tages, nur einen Tag nach Erteilung der Baugenehmigung, das gesamte Areal mit mehr als 60 Bäumen zu roden. Wenn eine große gemeinsame Linie der Hamburger Politik quer durch die Bezirke erkennbar ist, dann die, Wohnungsbau- und Investoreninteressen brachial gegen Bürgerinteressen durchzuboxen.

Foto mit freundlicher Genehmigung von WIR sind Eppendorf